Wer ist eigentlich Miles Morales?

Es gibt Superhelden, die sind untrennbar mit ihren bürgerlichen Alter-Egos verbunden. Bruce Wayne ist Batman, Clark Kent ist Superman und Peter Parker ist Spider-Man. Doch was, wenn mal ein anderer in das Kostüm eines Helden schlüpft? In Marvels Ultimate Universe ist genau das der Fall: Dort gibt es einen schwarzen Spider-Man: Miles Morales.

Unter dem Banner „Ultimate Comics“ gab Marvel seit dem Jahr 2000 Serien mit modernisierten Versionen seiner größten Helden heraus. So erschien auch Spider-Man in einer moderneren Version. Da das ultimative Universum mit dem regulären 616-Universum nicht in Verbindung steht, gab es hier stets Raum zum Experimentieren.

Ein solches Experiment ging der Verlag 2011 mit dem Event „Ultimate Fallout“ ein, in dessen Verlauf Spider-Man, der wohl populärste Held des Marvel-Universums das zeitliche segnete. Es wurde damit Platz geschaffen, für einen neuen Charakter der in die großen Fußstapfen von Peter Parker treten konnte.

Vorhang auf für Miles Morales: Spider-Man

Mit dem Neustart der Reihe Ultimate Spider-Man wurde gezeigt, wie der Schüler Miles Morales die Ereignisse aus Ultimate Fallout über die Medien verfolgt. Im gleichen Zeitraum bricht der Schurke Prowler bei Oscorp ein und schleppt versehentlich eine genetisch veränderte Spinne mit in seine Wohnung. Als ihn sein Neffe, der zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der kriminellen Karriere seines Onkels weiß, besucht, wird dieser von der Spinne gebissen.

schwarzer Spider-Man

Bild: CC – http://sk0rpi0n.deviantart.com/art/Logo-Spiderman-3-142787485

Spidey-Fans können sich denken, was passiert: Wer von radioaktiven oder (moderner:) genetisch veränderten Spinnen gebissen wird, wird zum Superhelden mit Spinnenkräften. Für Miles stellt sich die Situation nun aber natürlich besonders schwierig dar. Schließlich hat die Welt gerade zugesehen, wie Spider-Man im Kampf sein Leben lässt. Ist es in einer solchen Situation legitim, selbst ein Kostüm überzustreifen und netzschwingend Verbrechen zu bekämpfen?

Miles Morales beantwortet sich diese Frage mit „Ja“, schließlich kommt mit großer Kraft auch große Verantwortung. Diese Verantwortung führt allerdings zu Problemen, wie sie Peter Parker nicht kannte. Miles wird nämlich damit konfrontiert, dass Peters Freunde und Kollegen ihn misstrauisch beäugen.

Miles Morales als erster schwarzer Spider-Man

Für Marvel war die Einführung der Figur des Miles Morales in doppelter Hinsicht ein Wagnis. Natürlich ist er schwierig, eine etablierte Figur wie Peter Parker zu ersetzen, auch wenn es nur um ein alternatives Universum geht. Darüber hinaus ging es Marvel aber auch darum, das traditionell weiß-geprägte Superheldengenre etwas bunter zu machen. Natürlich gab es auch lange vor dem schwarzen Spidey schon farbige Superhelden, man denke nur Black Panther oder den schwarzen Green Lantern John Steward von der Konkurrenz DC. Mit Miles Morales, dessen Biografie afro-hispanisch geprägt ist, streift allerdings erstmals ein Schwarzer das Kostüm eines Superhelden aus der ersten Riege über. Bislang ein Novum.

 

Update 24.02.2015

Gerüchten zufolge soll Miles Morales im Reboot des Spider-Man-Franchise im Fokus stehen und damit endliche einer breiteren Öffentlich bekannt werden. Interessant dürfte dabei vor allem werden, wie sich die Figur in Events wie Civil War einfügt, das in der Vorlage schließlich von Peter Parker bestritten wurde.