The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro – Filmkritik

the Amazing Spider-Man 2

the Amazing Spider-Man 2 – Grafik: (c) Sony

The Amazing Spider-Man 2 war der von mir in diesem Kinojahr neben der Fortsetzung der X-Men-Saga am sehnsüchtigsten erwartete Superheldenblockbuster. Ob das Sequel zu Marc Webbs Spidey-Neuinterpretation hält was, was es verspricht, lest ihr hier. (Achtung: Dieser Artikel enthält Spoiler!)

Umstrittene Neuinterpretation: the Amazing Spider-Man

Marc Webbs Reboot der Spider-Man-Saga hat vor drei Jahren ein geteiltes Echo bei den Fans hinterlassen. Vielen kamen mit der zurückhaltenden, in sich gekehrten Figur des Peter Parker (Andrew Garfield) nicht zurecht, die manch einem als zu depressiv erschien. Andere hielten Andrew Garfield gar für eine komplette Fehbesetzung für die Rolle des Netzschwingers. Wieder andere waren irritiert, dass sie sich an Gwen Stacey (Emma Stone) an der Seite Parkers gewöhnen mussten, kannten sie bisher doch nur Spideys Langzeit-Love-Interest Mary Jane.

Bei den Fans der Comics rund um den Netzschwinger konnte all das natürlich nur ein müdes Schulterzucken hervorrufen, wussten sie doch längst, dass die Figur des Spider-Man deutlich vielschichtiger ist, als die Filmtrilogievon Sam Raimi dem Kinopublikum weißmachen wollte. Mit The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro kommt nun das Sequel der umstrittenen Neuinterpretation in die Kinos und macht in meinen Augen alles richtig, was eine Comicverfilmung nur richtig machen kann.

The Amazing Spider-Man 2 – worum geht’s?

Die Handlung des Sequels schließt direkt an seinen Vorgänger an. Spidey gibt den volksnahen Superhelden aus der Nachbarschaft, der sich nicht zu schade ist, auch mal einen Jungen vor einer Gruppe von Schulhofrowdys zu beschützen. Als er eines Tages den unscheinbaren Ingenieur Max Dillon (Jamie Foxx) rettet, entfacht er bei diesem eine Form krankhaften Fantums, das sein Leben fortan bestimmen soll. Max arbeitet, wie nicht anders zu erwarten, bei dem schier allmächtigen Riesenkonzern Oscorp. Bei einem schweren Unfall kommt er vermeintlich ums Leben, erwacht aber Stunden später mit der Fähigkeit, Elektrizität zu kontrollieren. Unsicher tritt er in die Welt hinaus, wird von den Bürgern New Yorks aber mit Argwohn betrachtet.

the Amazing Spider-Man 2

the Amazing Spider-Man 2 – Grafik: (c) Sony

Am Times Square sorgt Max unfreiwillig für reichlich Verwirrung und richtet, weil er mit seinen neuen Kräften nicht umzugehen weiß, einigen Schaden an. Das ruft natürlich Spidey auf den Plan, der Max Einhalt gebietet und damit seinem „Fan“ eine herbe Enttäuschung beibringt.

The Amazing Peter Parker?

Nun legt Marc Webb mit seinem Amazing Spider-Man aber viel Wert auf die Entwicklung des Menschen unter der Maske. Wie schon im ersten Teil der Reihe wird Peter Parker als unsicherer und von Zweifeln geplagter junger Mann dargestellt, dessen besondere Lebensumstände eine normale Beziehung zu seiner Freundin Gwen unmöglich machen. Besonders das Versprechen, Gwen aus diesem ganzen Superhelden-Ding herauszuhalten, dass er ihrem Vater kurz vor seinem Tod gab, macht die Beziehung schwierig.

Etwas Entspannung verspricht die Rückkehr von Peters altem Freund Harry Osbourne (Dane DeHaan) nach New York. Der Spross des Industriellen muss jedoch gerade mit der verstörenden Nachricht umgehen, dass er todkrank ist. Heilung verspricht er sich vom Blut Spider-Mans, das offenbar in der Lage ist, die Kräfte eines Menschen übernatürlich zu verstärken und so vielleicht auch ihn retten kann. Die Bitte an Peter, seinen „Freund“ Spidey darum zu bitten, muss dieser natürlich ablehnen. Harry steigert sich in einen Wahn, Spider-Man zur Strecke zu bringen. Da ihm das allein nicht möglich sein wird, ruft er sich Max aka Electro zu Hilfe, der diese Bitte nur zu gern annimmt. Es kommt zum unvermeidlichen Showdown, der die Welt Spideys arg ins Wanken bringen wird.

The Amazing Spider-Man 2: Kritik

Electro ist natürlich eine Figur, die geradezu dazu einlädt, einen CGI-Overkill zu veranstalten. Den Vorwurf, Amazing Spider-Man 2 würde aussehen wie ein Computerspiel, muss sich Marc Webb deshalb gefallen lassen. Ich finde das allerdings gar nicht schlimm, ist es doch ein verdammt gut aussehendes Computerspiel. Insbesondere das erste Aufeinandertreffen von Spidey und Electro am New Yorker Times Square ist eine echte Augenweide und zeigt, was mit 3D-Technik möglich ist, wenn ein Regisseur weiß, wie man sie kreativ einsetzt. Großartig!

amazing spiderman

the Amazing Spider-Man 2 – Grafik: (c) Sony

Auch die schauspielerische Leistung ist meines Erachtens nach über alle Zweifel erhaben. Die Chemie zwischen Garfield und Stone ist abermals perfekt, der Supporting Cast weiß ebenfalls auf ganzer Linie zu überzeugen.

Es ist ein komisches Gefühl, aus dem Kino zu kommen und nicht, aber auch gar nichts an einem Film auszusetzen zu haben.

 

Teaser und Anspielungen in Amazing Spider-Man 2

  • Sony hat unlängst angekündigt, mehr aus dem Spider-Man-Franchise machen zu wollen. So sollen nicht nur zwei weitere Sequels auf the Amazing Spider-Man 2 folgen, so soll es auch ein Spin-off rund um die Schurkentruppe Sinister Six geben. Der Grundstein wird im aktuellen Film gelegt, in dem wir in den Schlussminuten nicht nur den neuen Green Goblin erleben, sondern auch Rhino seinen ersten Auftritt hat. Darüber hinaus werden die Tentakel von Dr. Octopus und andere streng geheime Spielereien aus der Forschungsabteilung von Oscorp gezeigt. Der Grundstein für die sinistren Sechs ist damit gelegt.
  •  Interessant ist darüber hinaus die Figur von Harry Osbournes persönlicher Assistentin Felicia, die sowohl im Film, als auch im Abspann lediglich bei ihrem Vornamen genannt wird. Nicht unwahrscheinlich, dass es sich bei ihr um Felicia Hardy, der Meisterdiebin Black Cat handelt.
  •  Der Vorgesetzte von Max Dillon ist Alistair Smythe. Den wiederum kennen Comicfans als den Spider-Slayer.
  • Das Aussehen von Electro orientiert sich eindeutig an den Electro aus Marvels ultimativem Universum, beziehungsweise der Serie Ultimate Spider-Man.
  •  Marc Webb legt hier also einige interessante Spuren zu seinen Fortsetzungen oder möglichen Spin-off. Diese Form der Anspielungen haben die Marvel-Studios mit ihrem Avengers-Franchise in den letzten Jahren geradezu perfektioniert. Sony steht dem hier in nichts nach.
  • Anders als im Comic wird Dr. Kafka, Leiter des Ravencroft-Instituts im Film von einem Mann verkörpert. Auch charakterlich wurde die Figur verändert. Ist Kafka im Comic eine durch und durch integere Wissenschaftlerin, ist die Film-Version ein korrupt und schreckt vor verbrecherischen Menschenversuchen nicht zurück.
  • Peter Parkers Handyklingelton ist die Titelmelodie der Spidey-Cartoonserie aus den 60er Jahren
  • Für Verwirrung bei den Kinobesuchern dürfte die Midcredit-Scene sorgen. Anders als es zu erwarten wäre gibt es darin keinen Ausblick auf the Amazing Spider-Man 3, oder ein Spin-off, sondern einen Teaser zum anstehenden X-Men-Film “Days of Future Past”. Wer diese ungewöhnliche Form der Cross-Promotion (die Rechte an den X-Men liegen bei Fox, nicht bei Sony!) als Andeutung eines geplanten Crossovers interpretiert, muss enttäuscht werden. Dieser Deal kam zustande, weil Regisseur Marc Webb vertraglich an Fox gebunden war, für dieses Studio einen Film nach seinem Indiehit (500) Days of Summer vorzulegen. Fox drohte, auf seinen Vertrag zu pochen und auf einen Film zu bestehen. Dies hätte den Release von the Amazing Spider-Man 2 natürlich verzögert. Die Studios einigten sich schließlich auf diese ungewöhnliche Form der Werbung für den im Mai startenden X-Men-Film.

Fazit

The Amazing Spider-Man 2 macht alles richtig, was eine Superheldencomicverfilmung nur richtig machen kann. Nicht nur, dass der Film einfach großartig aussieht, er enthält auch die richtige Mischung aus Action, Drama und Comedy. Daneben gibt er den Nerds genug Stoff zum diskutieren an die Hand. So muss das sein. Ich freue mich die Fortsetzung der Reihe.

Summary
Reviewer
Patrick Nix
Review Date
Reviewed Item
the Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro
Author Rating
5