Kitty Pryde alias Shadowcat – jung, Jüdisch und Superheldin


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Kitty Pryde. Shadowcat, X-MenIch muss mich nun doch mal zu Wort melden… So ganz stimmt es nicht, dass die Religion von Superhelden nicht thematisiert wird [wie von Nixi in seinem Beitrag über Ms. Marvel behauptet, PN]. Ein wirklich gutes Beispiel dafür ist Kitty Pryde, alias Shadowcat. Katherine ´Kitty´ Pryde ist eine der wenigen explizit jüdischen Figuren der X-Men. Neben Magneto, der als Holocaustüberlebender, diesen Teil der Jüdischen Geschichte personifiziert, steht Kitty quasi für alles andere: Sie hat in ihrer Familiengeschichte den Holocaust verankert, aber sie lebt Jüdisch, indem sie die Yartzeit, zu der sie einem Verstorbenen gedenkt, nach Jüdischem Brauch einhält.

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Kitty spiegelt die Jüdische Gesellschaft in Amerika wider, da „[s]he developed in response to the experience of Jews´ fully entrenched subur- banization, in the context of significantly decreasing anti-Semitism and of a post-Holocaust era during which there was little said, portrayed, or displayed about the genocidal campaign against European Jews.“[1] Während bei Magneto das Thema Schoah im Vordergrund seiner Darstellung (besonders deutlich in den Verfilmungen durch Sequenzen des jungen Magneto als Häftling in Auschwitz) steht, so wird bei Kitty dieses erwähnt, als sie bei einem Treffen von Holocaustüberlebenden an Stelle ihres verstorbenen Großvaters ihre Großtante sucht. Diese Problematik der Schoah und auch des Antisemitismus bleiben präsent durch Vergangenheit und Gegenwart für die Generationen nach dem Krieg, besonders für die Familien der Opfer.

Kitty trägt auf vielen Bildern einen Magen David, einen Davidstern, und zeigt damit ihre Zugehörigkeit zum Judentum. Es ist stark anzunehmen, dass dieser Davidstern der gleiche ist, den ihr Kurt, Nightcrawler, schenkte. Beide sind in einer Mission unterwegs und sehen den Magen David an einem Verkaufstand. Kurt kauft ihr diesen, um ihre eine Freude zu bereiten, von seinem letzten Geld. Als Kitty das Geschenk bekommt, sagt sie: “Genau darum bin ich so gern bei den X-Men – weil ihr mir das Gefühl gebt, eine richtige Familie zu haben.” Für Kitty ist der Magen David, das Geschenk von Kurt, also nicht nur ein Zeichen für das Judentum, sondern auch ein Symbol für ihren Platz bei den X-Men, da es ihr ein anderer X-Man gab. Kitty gehört somit in zweierlei Hinsicht zu einer marginalisierten[2] Gruppe, zum einen in religiöser Weise zum Judentum, zum anderen in sozialer Weise zu den X-Men. Sie ist Jüdischer Mutant und nicht mehr ´nur´ ein ´gewöhnlicher´ Mensch.

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Dies zeigt auch ihr Nachname ´Pryde´, eine Anspielung, denn „[i]n her particular case, it is her real surname – Pryde – that is self speaking, meaning that one can be ‘proud’ of who one is – may it be as a X-(wo)man, as a Jew or simply as a human being.“[3] Kittys Stolz auf ihre Jüdische Identität drückt sich u.a. im Tragen des Davidsterns aus. Sie kämpft für ihre Zugehörigkeit zu marginalisierten Gruppen, den Mutanten und den X-Men, und reiht sich damit als eine dieser stolzen Jüdischen Comicfiguren in die Reihe Jüdische Popkultur ein. „Sie [Kitty] und der felsenhäutige Ben Grimm [Fantastic Four] stehen gleichsam am Anfang einer neuen Interpretation der jüdischen Wurzeln: der starke Jude, der auf seine Herkunft stolz ist und für seine Freiheit kämpft.“[4] Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass die X-Men aus der Feder Jüdischer Comiczeichner stammt.

Quod erat demonstrandum: Auch wenn ich nur die Jüdische Religion mit dem Scheinwerfer an dieser Stelle beleuchtet habe, spielt Religion bei Comicfiguren durchaus eine Rolle, denn Popkultur und damit auch Comics spiegeln die (gesellschaftliche) Realität wider und spielen damit. Religion ist ein Bestandteil der Identität von Comicfiguren, aber nur ein Puzzleteil, egal ob Jüdisch, Muslimisch oder Christlich. Auch unsere Identität setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen, wieso sollte es in Comics anders sein?

 


[1] Prell: Fighting to Become Americans. S. 189.

[2] „Rather they are superheroes with a lot of problems of their own, ranging fr om discrimination and social marginalisation to – on a much more personal level – relationship crisis […] Jewish superheroes are not socially marginalised because they are Jewish, but simply because they are mutants.“

Musall: ‘Star(s) of Redemption': The Maginei David of Kitty Pryde and Benjamin Grimm. S. 74.

[3] Musall: ‘Star(s) of Redemption': The Maginei David of Kitty Pryde and Benjamin Grimm. S. 74.

[4] Göllner, Lutz: Superhelden mit Superproblemen. Identität, Vertreibung, Aussenseitertum. Die jüdischen Wurzeln der amerikanischen Comichelden. In: Dummy Magazin. Juden. Hrsg. v. Jochen Förster, Oliver Gehrs. Nr. 8, Herbst 2005. S. 110.